Die Idee der Mediation, die Vermittlung zwischen Konfliktparteien durch eine allparteiliche Person, die außerhalb des Konfliktes steht, ist so alt wie die Menschheit selbst.
Hinweise finden sich unter anderem im asiatischen Raum, im antiken Griechenland und bei den Stammesgesellschaften in Afrika. Dort vermittelte eine respektierte Persönlichkeit zwischen den Streitenden.
Viele Völker der Erde haben eine eigenständige Tradition der Verhandlung und des friedlichen Disputes. Historisch bekannt ist das germanische "Thing" oder der mittelalterliche "love-day" in England. Hierbei wurde den Kontrahenten Zeit für eine außergerichtliche Einigung ihres Streites gewährt.

Eine lange Tradition hat die Mediation auch in der internationalen Diplomatie. Der Westfälische Frieden wurde durch eine fünf Jahre dauernde, vermittelnde Tätigkeit des Vertreters der Republik Venedig Aloysius Contareno, ausgehandelt und beendete den 30-jährigen Krieg. Am 24.10.1648 wurde in Europa somit erstmals ein Konflikt nicht durch militärische Gewalt, sondern auf dem Verhandlungsweg beendet.

In China spielt die alternative Konfliktbehandlung seit jeher eine große Rolle. Schon vor 2000 Jahren wurde die Mediation in privaten und öffentlichen Bereichen angewendet. Jährlich werden 7 bis 8 Millionen Konfliktfälle erfolgreich abgeschlossen. In China leben fünfmal mehr Menschen als in den USA und im Vergleich dazu beträgt die Zahl der Anwälte nur 5%. Einen Kompromiss zu erreichen, wird gesellschaftlich weit höher bewertet, als sein persönliches Recht durchzusetzen. Ein Sprichwort lautet: „Es ist besser an Hunger zu sterben, als ein Dieb zu werden; es ist besser zu Tode schikaniert zu werden, als einen Prozess zu beginnen.“ In China war die Mediation das hauptsächliche Mittel, Streit beizulegen. Noch heute wird es in den „Volksversöhnungs-Komitees“ angewendet. Selbst im formalen Rechtsstreitsystem wird die Selbstbestimmung und der Vermittlung bei Konflikten eine große Bedeutung beigemessen.

In dem umfassenden Programm "Alternative Dispute Resolution, ADR" (Alternatives Konfliktregelungsverfahren) findet die Mediation in den USA einen fixen Platz. Bereits 1939 wurden gerichtseingebundene Versöhnungsstellen in Kalifornien eingerichtet. Das Konzept der Mediation, wie wir es heute kennen, hat seine Wurzeln in den USA. So wurden 1947 in den Arbeitskämpfen Konfliktvermittlungspersonen eingesetzt und als man die Rassentrennung aufhob, gründete das Justizministerium 1964 den „Community Relations Service CRS. Aufgabe des CRS war die Beilegung von Konflikten rassischer, ethnischer und nationaler Art durch Mediation und Verhandlung. 1976 wurden zwischen 55% und 85% der hochstrittigen Sorgerechtsverfahren an die "Consiliation Courts" abgegeben. Mit Hilfe der Mediation konnten die betroffenen Eltern eine für sie passende Sorgerechtsregelung ausarbeiten.

Zunächst wurde die Mediation als Reaktion auf die überlasteten Gerichte zu Beginn der 70er Jahre eingeführt. In Los Angeles beispielsweise wurde 1978 eine Mediationsstelle für Miet-, Nachbarschafts-, Arbeits- und Vertragskonflikte eingerichtet. Seit damals hat die Mediation als taugliches Mittel bei sämtlichen Arten von Konflikten besonders aber bei der Regelung von elterlichen Streitigkeiten im Zuge von Trennung und Scheidung an Bedeutung gewonnen.

In Europa hat die Mediation erst ganz allmählich Fuß gefasst. Und sie hat sich in den einzelnen Europäischen Ländern sehr unterschiedlich entwickelt.

In Österreich startete der außergerichtliche Tatausgleich 1985 als Modellversuch im Jugendstrafrecht. Seit 2000 gibt es die Möglichkeit der Diversion. Seit 1. Jänner 2000 ist erstmals unter bestimmten Voraussetzungen der Richter verpflichtet, den Parteien eines Scheidungsverfahrens die Mediation zu empfehlen. Mittlerweile ist Österreich der erste europäische Staat der die Mediation, 2003 durch das Zivilrechts-Mediationsgesetz (ZivMediatG BGBl. I Nr. 29/2003) und die Ausbildung der Mediatoren, 2004 in der Verordnung zum ZivMediatG BGBl. II Nr. 47/2004, gesetzlich geregelt hat.